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Nik's Outdoor- und Technik-Blog
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Was mir auch noch egal ist: der Ubuntuusers-Planet

April 25, 2012 Von: Nik Kategorie: Spontane Gedanken 5 Kommentare →

Heute ist es schon wieder passiert. Diesmal war es zwar kein selbsternannter Ubuntuusers-Sheriff, sondern ein Leser, aber dennoch hat mich jemand auf eine absolut sinnbefreite Regel des Ubuntuusers-Planeten hingewiesen.Diesmal ging es um den Flattr-Button, der sich auch in meinem Feed unter den Artikeln befindet.

Auch wenn ich Ubuntu und Canonical als proprietäre Software nicht unterstütze, habe ich damals, als ich Ubuntu noch verwendet habe, meine Artikel der Community zur Verfügung gestellt. Und zwar in der Hoffnung, dass sie anderen helfen könnten. Es ist mein gutes Recht, darauf hinzuweisen, dass man sich dafür – wenn man möchte – bedanken kann. Genau so steht es jedem Leser frei, das zu tun oder nicht. Ubuntuusers selber platziert auf seiner Website einen Spendenaufruf – das ist genau dieselbe Situation: Eine Person oder Organisation, die gemeinnützig agiert, möchte zum Ausdruck bringen, dass sie sich über Zuwendungen freut, um ihre Arbeit aufrecht zu erhalten.

Dadurch, dass ich im Planeten blogge, bin ich noch kein Teil von Ubuntu Deutschland e.V.. Es ist noch immer meine Arbeit und mein Inhalt – neben dem der Verein, der Ubuntuusers.de trägt, seinen eigenen Spendenaufruf platziert und mir genau dies gleichzeitig untersagt.

Wie es bei Ubuntu eben Tradition ist, gibt auch Ubuntuusers wenig bis gar nichts an die Community zurück. So ist die Software namens Inyoka, die dahinter steckt, bis heute nicht freigegeben worden. Das Open Source-Ökosystem funktioniert so nicht, aber ich vermute, dass auch Canonical und die darum gescharrten Organisationen das noch verstehen werden.

Natürlich kann man dafür sorgen, dass man von dem “großen Kuchen” auch ein Stückchen abbekommt. Dafür muss man nur Mitglied im Verein Ubuntu Deutschland e.V. werden – für Geld.

Disclaimer: Wie die Betreiber des Planeten auf diesen Artikel reagieren, ist mir wirklich ziemlich egal. Hier kann man sicher schön das Popcorn rausholen und sehen, wie die Sheriffs mit Kritik umgehen :) .

Update: Wow, das ging schnell. Wenigstens effizient arbeiten die. Keine 3 Minuten nach Veröffentlichung bin ich im Planeten schon vollständig und kommentarlos entfernt ;) .

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Internet-Autonomie: Jabber/XMPP for Freedom

April 24, 2012 Von: Nik Kategorie: Internet, Netzwerk & Server 1 Kommentar →

Seit meinem letzten Post zur Internet-Autonomie habe ich mich extensiv mit meinem Jabberserver unterhalten.

Meine Bemühungen, die ich nun schildern werde, mögen etwas paradox erscheinen: Es geht um die Anbindung von Legacy-Netzwerken über Jabber-Transporte, vornehmlich Skype und Facebook. Beide benötige ich übergangsweise, um die Kommunikation mit einigen Leuten aufrechtzuerhalten, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht migrieren kann.

Der Grund dafür, dass ich diese Protokolle nun über Jabber-Transporte anbinden wollte, ist der, den ich schon einmal genannt habe: Datenverfügbarkeit. Ich habe wenig bis gar keine Kontrolle darüber, was mit den Daten passiert, die ich über Facebook und Skype kommuniziere. Skype halte ich persönlich für äußerst schwer angreifbar (mit Ausnahme der Quellen-TKÜ), da es komplett dezentral arbeitet. Facebook ist hingegen ein bekanntes Problem.

Wenn man trotzdem aus historischen Gründen über diese Protokolle kommunizieren muss, so bleibt nur, sich klar zu überlegen, welche Informationen man durch den Kanal kommuniziert. Der Vorteil des Jabber-Transports ergibt sich dann, wenn man hier auch noch mod_archive hinzunimmt. Mod_archive loggt serverseitig alle Gespräche mit (sofern der Benutzer das konfiguriert hat).

Aus vielen Gründen ist mir die Archivierung meiner Konversationen äußerst wichtig – jedoch erlauben weder Skype noch Facebook einen sauberen Export dieser Daten. Durch das Routing sämtlicher Nachrichten durch meinen eigenen Jabber-Server ist die Datenverfügbarkeit vollständig gegeben.

Für die Techniker: Eine gute Implementation für die Transports ist Spectrum. Spectrum ist eine modulare Software, die über verschiedene Backends beliebige Protokolle transportieren kann. Existierende Backends sind libpurple und Skype. Die Implementation für Skype ist etwas von hinten durch die Brust ins Auge, aber das ist nicht anders möglich, da Skype ein Paradebeispiel für proprietäre Software ist. Das Backend startet Skype in einem virtuellen Framebuffer und registriert sich dann etwas magisch auf dessen DBus-API – kotzwürgbrech. Aber dafür können die Spectrum-Entwickler nichts und es funktioniert erstaunlich stabil. Facebook hingegen lässt sich einfach per XMPP anbinden.

Auf dem iPad ist dann besondere Vorsicht bei der Auswahl des Jabber-Clients geboten: Am vielversprechendsten sieht imo.im aus. Doch eines macht mich stutzig: das App bietet Push-Benachrichtigungen für XMPP bis zu einer Woche, nachdem das App beendet wurde. WTF, bitte? Erstens ist mir der Sinn dieser Funktion völlig schleierhaft, zweitens bedeutet es, dass der gesamte Traffic durch fremde Server geleitet wird. Der Hersteller bestätigte mir dann per E-Mail, dass man nicht etwa sauberes SASL macht, um wenigstens das Benutzerpasswort zu schützen, sondern dass dieses auf den imo.im-Servern im Klartext lesbar ist. Das App ist also ein absolutes no-go.

Im letzten Artikel hatte ich Monal empfohlen – das gebärdet sich aber ganz erbärmlich, seit mein Roaster auf 420 Kontakte angewachsen ist. Als Alternative teste ich jetzt Talkonaut, das zwar eine Menge überflüssige Features sowie einen merkwürdig anmutenden VoIP-Dienst an Bord hat, aber bisher einwandfrei funktioniert.

Mittlerweile habe ich im Bereich Jabber so viele Erfahrungen gesammelt und erfolgreiche Experimente durchgeführt, dass sich bald ein umfangreiches Kompendium zur Einrichtung von “always works”-Lösungen anschließen kann.

Übrigens, StatusNet integriert sich auch prima ;) .

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Internet-Autonomie

April 18, 2012 Von: Nik Kategorie: Internet, Netzwerk & Server, Sicherheit, Spontane Gedanken 16 Kommentare →

In Zeiten des Web 2.0 lässt sich ein Phänomen immer stärker beobachten: Sehr viele Internetnutzer begeben sich immer mehr in die Hände von Drittanbietern. Das beginnt beim E-Mail-Postfach und geht mit dem Speichern von Kalender- und Kontaktdaten weiter bis hin zur Nutzung sozialer Netzwerke, die dann meistens zur völligen Datenabhängigkeit führen.

Ich selber bin (bzw. war) ja extensiver Nutzer von sozialen Netzwerken (inkl. Facebook) und hatte vor allem viele meiner Daten in der Cloud, speziell bei Google. Google ist (bzw. war) meiner Ansicht nach ein “not-so-evil empire” – natürlich sammeln sie Daten, aber im krassen gegensatz zu so gut wie allen anderen Internetriesen waren sie immer transparent. Diese Transparenz führte bei mir zu Vertrauen dahingehend, dass ich mir sicher war, dass Google ncihts mit meinen Daten tut, wovon ich nichts weiß.

An dieser Position hat sich grundlegend nichts geändert, dennoch gab es für mich einen akuten Anlass ein Projekt zu starten: Die möglichst weitgehende Internet- bzw. Datenautonomie.

Was bedeutet das?

Als Autonomie (altgriechisch αὐτονομία, autonomía, „sich selbst Gesetze gebend, Eigengesetzlichkeit, selbständig“, aus αύτός, autos, „selbst“ und νόμος, nomos, „Gesetz“) bezeichnet man den Zustand der Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung oder Entscheidungsfreiheit.

(Wikipedia)

Im speziellen Fall der “Internetautonomie” bedeutet der begriff, dass ich alle Daten, die ich produziere oder die andere für mich produzieren, selber verwalten möchte – hierzu ist es also nötig, alle benötigten Dienste selber mit eigener Infrastruktur bereitzustellen.

(weiterlesen …)

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Mehrere MediaWiki-Instanzen unter Debian mit Paket-Updates

April 03, 2012 Von: Nik Kategorie: Linux, Netzwerk & Server, Software-Entwicklung 3 Kommentare →

Manchmal kommt es vor, dass man auf einem Webserver mehrere Wikis hosten möchte. Hierzu sind mehrere Instanzen einer Wiki-Software, in diesem Beispiel Mediawiki, nötig.

Das Problem daran ist, dass damit, ohne ein bisschen Kreativität, nur die Möglichkeit bleibt, Mediawiki mehrmals getrennt von Hand zu installieren. Das ist aufwendig und nimmt vor allem die Möglichkeit, über das Debian-Paketsystem auf dem aktuellen Stand zu bleiben.

Doch dank der Struktur des Debianpackage.png mediawiki-Paketes in Debian ist es, mit ein bisschen Magie, möglich, mehrere Instanzen auch mit dem Debian-Paket zu betreiben.

Eine Anleitung dazu ist aus dem Thread Mediawiki mal 2 bitte!!!! im Forum in Zusammenarbeit mit ssc entstanden. Als Endresultat stand um 4 Uhr nachts ein Script, das semi-automatisiert beliebig viele Instanzen verwalten kann und bei Interesse seitens der Maintainer in das mediawiki-Paket aufgenommen werden kann.

Die Anleitung sowie alle weiteren Details finden sich im Debianforum.de-Wiki!

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Bei Debian angekommen

Juli 18, 2011 Von: Nik Kategorie: Linux, Spontane Gedanken 27 Kommentare →

Lange Zeit habe ich mich nun mit der Auswahl der richtigen Linux-Distribution beschäftigt. Nachdem ich 2002 meine ersten Kontakte mit Linux machte, als unser damaliger Informatiklehrer an usnerer Schule SuSE Linux einführte, habe ich mich durch diverse Distributionen durchprobiert.

Natürlich habe ich mich mit SuSE lange Zeit wohlgefühlt, hauptsächlich wohl weil ich noch nichts anderes kannte und SuSE ja allgemein ein beliebter Anfängerfehler ist (oder war). Danach sprang ich, von einem Kollegen infiziert, in die kalten Fluten und beschäftigte mich eingehend mit Gentoo. Bis heute muss ich sagen, dass mir der Gentoo-Ansatz am besten gefällt. Das Portage-System ist natürlich durchaus mit den BSD-Ports vergleichbar und ein rundum angepasstes System ist damit perfekt möglich.

Für den Desktop-Einsatz jedoch eigenete sich Gentoo leider auf lange Sicht nicht. Gerade wenn man öfters mal spontan neue Programme benötigt, gibt es hier Stress. Möchte mann in einer Präsentation ein Programm zeigen, mit dessen Notwendigkeit man vorher nicht gerechnet hat, macht ein dreistündiger Kompiliervorgang nicht den allerbesten Eindruck. Mit dem GRP-Ansatz könnte man dieses Problem zwar lösen, jedoch gibt es da – meines Wissens – keine aktiven Entwicklungen.

Zuletzt war ich dann im Desktopeinsatz langjähriger Ubuntu-Benutzer. Im Serverbetrieb setzte ich stattdessen (größtenteils) auf Debian GNU/Linux. Im Prinzip war der Hintergedanke, grundsätzlich Debian-artige Systeme einzusetzen, da Paketverwaltung und Ähnliches hier einfach am schönsten ist. Ubuntu war die Alternative zu Debian testing, um ein halbwegs aktuelles System zu haben.

Spätestens mit Ubuntu 11.04 “Natty Narwhal” hat Canonical jedoch gezeigt, dass sie ihr Betriebssystem nun gezielt zerstören möchten. Unity und die restlichen damit verbundenen Patches kann man einem gesunden Menschen einfach nicht antun, und vor allem hinterlässt die Art und Weise der Entwicklung einen äußerst faden Nachgeschmack. Es sieht nämlich so aus, als sei Unity nur der Anfang einer langen Ära von Ubuntu-spezifischen Änderungen und Alternativlösungen. Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der das möchte, aber ich persönlich möchte von der Community entwickelte, vernünftige Software.

Nachdem ich im letzten Jahr knallhart an Fedora gescheitert war (ieses System wollte bei mir einfach keine Grafik machen oder hängte sich alle 10 Minuten weg; die Fedora-Jungs bei den CLT hatten auch keine Ahnung wie sie das lösen sollten) habe ich dieser Distribution dann in den letzten Wochen noch einmal einen ausführlichen Besuch abgestattet. Zunächst war ich begeistert, da das System wirklich stabil und schnell lief und größtenteils recht unberührt aussah. Nach reiflichen Überlegungen war dann jedoch klar, dass man RPM und vor allem so etwas behäbiges und kaputtes wie yum dann doch nicht haben will. Die Antwort auf die Fragen der Paketverwaltung heißt apt.

Und nicht zuletzt ist da dann noch eine zugegebenermaßen eher religiöse Frage, nämlich die nach dem Maintainer einer Distribution. Aus meiner Sicht ist Debian schlicht die reinste Distribution. Rein bedeutet in diesem Fall, dass es weder einen historisch gewachsenen Bezug zu einem kommerziellen Anbieter (SuSE), einen kommerziellen Träger (Ubuntu) noch einen kommerziellen Supporter, der sich Sitze in einer Foundation kauft (Fedora) gibt. Natürlich wird auch Debian von großen Unternehmen wie HP oder 1&1 gefördert, jedoch gibt es hier keine Anzeichen von überdurchschnittlicher Beeinflussung durch die kommerziellen Interessen eines einzelnen Sponsors.

Bleibt ein ärgerlicher Punkt, nämlich der der in Debian stable deutlich veralteten Software. Jedoch kann man ja, wenn man es vernünftig tut, durchaus mit Debian testing arbeiten oder aktuellere Software händisch nachinstallieren. Für unerfahrene Anwender ist das sicherlich nicht die beste Option, für mich und meinen Benutzerkreis, der in der Handhabung und Wartung des Systems von mir betreut wird, ist es jedoch die beste Alternative.

Es steht hiermit, nach 9 Jahren, also fest: Debian soll und wird meine Heimat werden. Sowohl als Benutzer als auch als aktiver Kontributor.

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