Limewire, Musikindustrie und Medien
Nachdem am gestrigen Dienstag ein US-Gericht die Stillegung der Limewire-Website beantragt hat, geht diese Schachzug der Musikindustrieals eine Art großer Sieg gegen die Piraterie durch die Medien. Der Heise-Verlag veröffentlicht die Nachricht in seinem Newsticker unter dem Titel “Musikindustrie bezwingt den Filesharing-Dienst Limewire“.
Aus meiner Sicht ist das doch alles vollkommener Quark. Zunächst einmal ist Limewire kein “Filesharing-Dienst”, sonden ein Client für das Gnutella- und das BitTorrent-Protokoll. Und zwar einer von vielen Clients, zugegebenermaßen bestimmt einer der beliebteren seiner Art.
Für die Musikindustrie und ihre Vertreter mag ein Softwarehersteller wie Limewire zunächst einmal wie der Gegner in Person aussehen, schließlich sind es gerade diese Hersteller, die es den Benutzern ermöglichen, in einem größeren Umfang auf die in den Filesharing-Netzwerken zur Verfügung stehenden Daten zuzugreifen.
Doch betrachtet man den als so groß dargestellten Sieg einmal genauer, wird doch eine Sache deutlich: Hier wurde mal wieder nur ein zwar werbewirksamer, aber ansonsten wirklich vollkommen vermessener Schlag getan. An den in den Netzwerken angebotenen Datenbeständen ändert sich nichts, die Teilnehmer wechseln einfach zum nächsten Client.
Was wurde also erreicht? Nur eine einzige Sache, nämlich dass einem Unternehmen, das alleine keinen Einfluss auf den Schaden für die Musikindustrie hat, die Existenzgrundlage genommen wurde.
Es müsste doch langsam wirklich mal darüber nachgedacht werden, ob man eigentlich vor hat, den eigenen Hintern zu retten oder doch nur möglichst öffentlichkeitswirksam auf möglichst viele Kleine einzuschlagen …
