Artikel der Kategorie ‘Spontane Gedanken’
Und die Bahn soll schlimm sein …
Nun muss ich doch mal ein bisschen über die Franzosen schimpfen. Die SNCF (also die Nationale französische Eisenbahngesellschaft) ist, was den Kundendienst angeht, wirklich die Krönung von allem.
Vielleicht sollte ich gleich vorweg nehmen: Am Wochenende bin ich mit der Bahn nach Waldheim gefahren. Tickets für Hin- und Rückfahrt hatte ich schon einige Wochen vorher online gebucht, mein genialer Kumpel Dominic hatte dann aber eine bessere Idee. Also stornierte ich die Tickets, um sie umzubuchen. Das ging mit zwei Mausklicks, 3 Tage später war der Differenzbetrag zu den neuen Tickets auf meinem Konto.
Anders bei den Franzmännern: Am 6. Februar 2010 (für die Mathegasteniker: Das war vor knapp 9 Monaten) bin ich mit Tobias nach Brüssel zur FOSDEM gefahren. Dafür braucht man ja dann auch irgendein Zugticket, und das kam vom Thalys. Nun macht Thalys die Ticketsache leider nicht selber, sondern wickelt das eben über die SNCF ab.
Die Tickets waren also gebucht, aber wie nicht anders zu erwarten änderte sich dann doch noch was und wir mussten etwas umplanen. In den beim Ticketkauf akzeptierten Bedinngungen heißt es, die Tickets könnten vor Fahrtantritt umgebucht werden. Dazu bucht man einfach ein neues Ticket und gibt die alten dann bei einer SNCF-Verkaufsstelle ab. Und damit begann die Misere …
simfy und die Tücken der Buchhaltung
So langsam geht es mir wirklich gehörig auf den Keks, und damit die Mitarbeiterin vom Kundenservice nicht die einzige ist, die das weiß, muss ich das doch gerade mal eben bloggen.
Zunächst einmal: simfy ist eine Onlineplattform, die das Hören von Musik per Stream und die Verwaltung von Playlisten usw. ermöglicht. Nachdem Last.fm ja den größten Teil seiner nützlichen Dienste mit und mit einstellt, ist das eigentlich ein interessanter Dienst, so dass ich mich dann probehalber auch mal für ein Premium-Abonnement entschieden habe.
Am 10.11. war dann die monatliche Zahlung fällig, die auch wunschgemäß per Lastschrift eingezogen wurde. Doch halt: Wieso eigentlich zwei Mal? Das geht natürlich nicht, und spontan wie ich bin ging die zweite Lastschrift am nächstbesten SB-Automaten der Stadtsparkasse Wuppertal zurück.
In Our CA We Trust
In letzter Zeit fallen mir immer wieder Blogartikel, Posts auf Mailinglisten und ähnliche literarische Werke auf, die sich in abenteuerlicher Weise mit der Sinnhaftigkeit verschiedener Vertrauensmodelle, CAs, etc. pp. und sogar teilweise atemberaubenden Vergleichen beschäftigen. Gestern kam eine Art Umfrage per Twitter und später auch per Blog herein, auf die ich mich nun einmal ausführlich beziehen möchte.
Limewire, Musikindustrie und Medien
Nachdem am gestrigen Dienstag ein US-Gericht die Stillegung der Limewire-Website beantragt hat, geht diese Schachzug der Musikindustrieals eine Art großer Sieg gegen die Piraterie durch die Medien. Der Heise-Verlag veröffentlicht die Nachricht in seinem Newsticker unter dem Titel “Musikindustrie bezwingt den Filesharing-Dienst Limewire“.
Aus meiner Sicht ist das doch alles vollkommener Quark. Zunächst einmal ist Limewire kein “Filesharing-Dienst”, sonden ein Client für das Gnutella- und das BitTorrent-Protokoll. Und zwar einer von vielen Clients, zugegebenermaßen bestimmt einer der beliebteren seiner Art.
Für die Musikindustrie und ihre Vertreter mag ein Softwarehersteller wie Limewire zunächst einmal wie der Gegner in Person aussehen, schließlich sind es gerade diese Hersteller, die es den Benutzern ermöglichen, in einem größeren Umfang auf die in den Filesharing-Netzwerken zur Verfügung stehenden Daten zuzugreifen.
Doch betrachtet man den als so groß dargestellten Sieg einmal genauer, wird doch eine Sache deutlich: Hier wurde mal wieder nur ein zwar werbewirksamer, aber ansonsten wirklich vollkommen vermessener Schlag getan. An den in den Netzwerken angebotenen Datenbeständen ändert sich nichts, die Teilnehmer wechseln einfach zum nächsten Client.
Was wurde also erreicht? Nur eine einzige Sache, nämlich dass einem Unternehmen, das alleine keinen Einfluss auf den Schaden für die Musikindustrie hat, die Existenzgrundlage genommen wurde.
Es müsste doch langsam wirklich mal darüber nachgedacht werden, ob man eigentlich vor hat, den eigenen Hintern zu retten oder doch nur möglichst öffentlichkeitswirksam auf möglichst viele Kleine einzuschlagen …

