Der CCC und seine elitären Kreise
Ich habe ja früher schon gegen den CCC gerantet, aber nachdem jetzt in kürzester Zeit wieder zwei Hammer einschlugen, muss ich da nochmal nachhaken, ob das eigentlich als normal betrachtet wird, was die da abziehen.
Meine Erfahhrung mit dem Club beginnt im Dezember 2009 mit dem 26. Chaos Communication Congress. Felix und ich waren nach Berlin gefahren und verbrachten dort dann vier Nächte in einem Hostel, was kurz vor Silvester auch nicht ganz preiswert ist. Einen Kartenvorverkauf gab es nicht, und als wir 30 Minuten nach Einlass zur Kasse kamen, gab es keine Full-Time-Tickets mehr. Man sagte uns, wir könnten ein Tagesticket kaufen, aber ob das an den folgenden Tagen auch noch gehen würde, wisse man nicht. Als uns dann zu Ohren kam, dass auf irgendeiner Mailingliste unter der Hand Tickets für Freunde der höhrangingen Mitglieder gehandelt wurden, schlugen wir uns zum Chef der Veranstaltung, Christian C. durch. Der behandelte uns wie die letzten Arschlöcher. Er vvermittelte uns, dass er sich mit niederem Volk wie uns gar nicht abgeben würde. Nachdem ich mich veranlasst sah, diesen Ablauf zu Zwittern, tauchten urplötzlich noch mehrere hundert Full-Time-Tickets unter dem Tresen auf. Da wollte wohl ofenbar jemand die schnelle Mark mit den teureren Tagestickets machen!
Weiter ging es dann mit der SIGINT 2010 in Köln. Da war ich zwar nicht direkt betroffen, aber es gab doch einige, die sich zurecht aufgeregt haben. Hier wurden im Vorfeld Tickets verkauft – doch bei der Veranstaltung wurden die dann im Prinzip nicht benötigt. Nur vor einem der vier Vortragsräume und vor der Kaffeemaschine stand jemand, der das Bändchen sehen wollte. Informiert wurde darüber vorher niemand, sonst hätte man ja an denen, die nur zu den Ausstellern wollten, keinen Wucher betreiben können.
Beim 27c3 war das NOC dann nicht wirklich in der Lage, den Switch an unserem Stand zu supporten. Der wurde da einfach hingeknallt und auf irgendeinem Random Port der Uplink konfiguriert. Als uns nach Stunden immer noch niemand verriet, wie wir damit denn nun Netz bekommen, habe ich den Switch entfernt und unser Stand-Notebook direkt angeschlossen. Das Blinken im Nagios war dann endlich Grund genug dafür, dass sich jemand vom NOC zu uns bewegte. Dessen Fix sah so aus, dass er den Switch und mein Patchkabel einkassierte. Nach 20 Minuten brachte er beides wieder, und wir hatten immer noch kein Netz. Und ach ja, als Antwort auf die Frage im Vorfeld, ob wir nun einen Stand hätten oder nicht, bekamen wir als Antwort: “Kommt her und guckt nach ob einer da ist.” Ja, genau, sind ja nur 500km.
Für Max, Simay und mich standen dann im kommenden September die MetaRheinMainChaosDays an. Auf der Website stand bis letzte Woche noch, dass die stattfinden. Nur das Rehistrierungssystem warf ständig einen 404. Dass die gesamte Veranstaltung ausfällt, erfährt man dann auf Nachfrage, wenn man sich über den Fehler wundert. Und dann auch nicht vom CCC, sondern von Anderen, die sich auch schon gewundert hatten. Die Website wurde dann auch erst gehorstet, nachdem ich mich im IRC ordentlich abreagiert hatte. Irgendwo begegnete mir dann noch ein Tweet dazu, aber das ist für mich keine ausreichenden Information für zahlende Besucher.
Zu guter Letzt schmeißt der Vorstand dann auf dem diesjährigen Camp Daniel Domscheit-Berg in einer Nacht- und Nebel-Aktion raus. Völlig daneben, aber es bestätigt das, s sich für mich schon lange abzeichnet: der CCC hält sich für eine Eliteorganisation. Wer an der Spitze mithalten kann, wird bevorteilt; das gemeine Volk wird behandelt wie der letzte Dreck. Natürlich erst, nachdem man ihm das Geld aus der Tasche gezogen hat.
Ich will jetzt nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber wieso muss der CCC im fünfstelligen Bereich Geld einnehmen, wo andere ihre Besucher für 5€ rein lassen? Aber das ist nicht mal das Problem, sondern: Wenn ich dem Verein die Veranstaltung bezahle, er sich das also ohne mich nicht leisten kann, wieso werde ich dann nicht auch so behandelt? Natürlich, was Domscheit-Berg angeht, auch über die Veranstaltungen hinaus.
Der CCC ist ein wichtiger Verein für unsere Gesellschaft. Seine Veranstaltungen besuche ich noch immer gerne; ich habe mich sogar als Mitglied des CERT beworben. Doch sofern ich nicht der einzige bin, dem die oben geschilderten Eindrücke vermittelt werden, sollte der Club ernsthaft an diesen Problemen arbeiten!

August 15th, 2011 at 13:32
Das der CCC sich für Elitär hält, nur mit Leute die zahlen redet und den Eintritt in den Club mit dem Abo der Datenschleuder (und hohen einer Zwangsgebühr für die Mitgliedschaft) verknüpft, ist nicht neu. Als ich 2002 beitreten wollte, hab ich das damals schon moniert. Aber wie du schon beschrieben hast, im IRC wird man als nichts behandelt. Das ist ein Grund dem Club eine Binäre 4 mit seiner Hand zu senden, es gibt genug freie Gruppen mit dennen man sich zusammen setzen und Hacken kann. Wer selten Zeit und Lust hat und nur ab und an Projekte macht, kann sich ja beim HaBo anmelden, ansonsten Newsgroups auf der ganzen Welt.
Der CCC ist nicht der Weisheit letzter Schluss