Hälfte der Menschheit bald zu blöd für Ubuntu
In etwas über einer Woche ist es dann so weit: Ab dem 28.4.2011, also dem Release-Termin der finalen Version von Ubuntu 11.04 (natty), wird knapp die Hälfte der Menschheit endgültig zu blöd für diese Distribution sein. Denn nur so kann man sich erklären, dass in einem kürzlichen Usability-Test der neuen Unity-Oberfläche neben einer ganzen Reihe anderer interessanter Phänomene 5 von 11 Testern das GUI zum crashen brachten.
Ich selber hatte vor einiger Zeit schon mal das Vergnügen, als ich in der aktuellen Ubuntu-Version 10.10 mal vorsichtig Unity testete. Nun kann man ja eigentlich erwarten, dass das Ding zumindest seinen Dienst tut, wenn es auch nicht die Standardoberfläche ist. Die QA einer Distribution sollte ja eigentlich sicherstellen, dass die vorhandenen Pakete keine wirklich abartigen Bugs enthalten. Und im Netbook Remix war Unity ja soweit ich weiß da ja schon Standard. Aber das ging gehörig schief. Nicht nur konnte ich das Teil absolut nicht bedienen, es ging auch alle paar Minuten in einem Segmentation Fault unter. Prost.
Und der schon genannte Usability-Test spricht dann auch irgendwie Bände. Hier mal ein kurzer Überblick über die detailierten Ergebnisse:
- 7 von 10 Testern brauchen Geschicklichkeitsübungen, um das Fenstermenü zu finden
- Das Menü Systemeinstellungen wird noch immer von allen Testern vermisst.
- Nur 5 von 11 Testern haben es geschafft das Launcher-Panel zu bearbeiten. Die meisten versuchten sich mit dem übriggebliebenen GNOME-Menüeditor, der keinem mehr was bringt.
- 8 Tester haben es nicht geschafft ein Icon zum Launcher hinzuzufügen. Warum weiß keiner so genau, das Ding hat sich halt gewehrt.
- 9 von 11 Testern haben es geschafft ein Fenster zu schließen. Das klingt jetzt toll, aber die anderen 9 haben sich nur von plötzlich auftauchenden Bugs oder verschwindenden Buttons nicht so sehr ablenken lassen wie die restlichen zwei.
- 5 von 11 Testern haben Unity beim Testen mal eben komplett gecrashed oder wurden von plötzlich auftauchenden, dauerfokussierten udn nie mehr verschwindenden Fenstern überrascht.
Besonders gefreut habe ich mich ja über diese Formulierung:
9/9 easily saved their LibreOffice Writer document. (P1 recovered
amazingly well after trying to save "Letter to Mr Smith 08/04/11",
and getting the vile response "Error stating file '/home/ubuntu
/Documents/Letter to Mr Smith 08/04': No such file or directory").
Sehr hübsch. Aber lest das am besten alles nochmal selber, es lohnt sich
.
Ich bin ja mal gespannt, ob die das noch rechtzeitig gefixt bekommen. Die letzten Releases waren ja drei Tage vor dem Termin auch noch vollständig im A****. Aber so heftig wie das ist, das kann eigentlich gar nicht mehr gut gehen. Bei Felix hat es Unity übrigens gar nicht auf die Reihe bekommen, irgendwas auf den Bildschirm zu malen (X.org und GNOME an sich funktionieren perfekt, wie man da als Unity scheitern kann ist mir ein Rätsel …).
Ubuntu wäre dann damit (außer vielleicht auf Tablets oder Netbooks) wohl vorbei, weil arbeiten kann man mit Unity sowieso nicht vernünftig (mit GNOME Shell dann in Zukunft übrigens auch nicht, aber das vielleicht noch eher). Momentan bin ich mit Debian eigentlich ganz zufrieden, auch wenn die ja “rock solid” immer noch mit “steinalt” übersetzen (da war neulich noch einer ganz stolz dass die jetzt die Security-Patches für Chromium 9 auf ihren Chromium 6 gebackported haben). Aber vielleicht kann man das ja aushalten …
Update: Hier übrigens auch ein netter Artikel dazu von Michael Kofler.

April 19th, 2011 at 12:25
Ich hab ja auch schon viel Schlechtes über Unity gehört. Da bleibe ich lieber bei Kubuntu mit KDE-Oberfläche. Ist zwar auch nicht mehr, was es mal war, aber scheinbar noch besser als Unity. Gut, dass man unter Linux die Wahl hat…
April 19th, 2011 at 12:38
Tja, wie Michael Kofler in seinem Blog durchaus treffend geschrieben hat, wurde die Ubuntu Netbook Edition ja mit der Version 11.04 in Ubuntu umbenannt und das ursprüngliche Ubuntu abgeschafft (http://kofler.info/blog/154/126/).
Für mich ist Ubuntu schon seit Intrepit Ibex unbenutzbar geworden. Zum Glück gibt es noch richtige Linux-Distris, wie Debian. Warum sollte man auch auf das Original verzichten und irgendeinen verpatchten Ableger nutzen? Und wenn man Testing nimmt, ist auch die Aktualität der Software kein Problem. Stabiler als alle Ubuntus ist es allemal.
April 19th, 2011 at 12:46
Danke für den Link, hab das mal im Artikel eingefügt …
April 19th, 2011 at 12:57
Punkt 1) Ohne eine Kontrollgruppe sagt der Test zwar aus, dass Anwender ihre Probleme haben verschiedene Aufgaben auszuführen, doch man kann nicht feststellen ob man nun besser oder schlechter ist. Man hätte Kontrollgruppen an GNOME2, GNOME3, KDE SC 4, Win7, MacOS X setzen sollen um eine belastbare Aussage treffen zu können. So sagt der Test leider rein gar nichts aus.
Punkt 2) Der Punkt über den du dich besonders gefreut hast betrifft ja nicht Unity, sondern einfach nur die Wahl eines ungeschickten Dateinamens. Einen / im Dateinamen zu verwenden ist unter Linux halt generell eine schlechte Idee.
Punkt 3) Generell hatte Unity/Compiz vor Beta1 so seine Probleme mit verschiedenen Grafikkarten, durch die der Desktop abrauchen konnte. Die Probleme waren damals schon bekannt und sind mittlerweile afaik behoben. Bei mir läuft Ubuntu Natty auf Rechnern mit Intel-, Nvidia- und ATI/AMD-Karten ohne dass ich Abstürze beklagen müsste.
Punkt 4) Du sagst, dass ihr bei einem Rechner eines Freundes Probleme mit Unity hattet. Lief den auch GNOME mit Compiz als Fenstermanager? Was für eine Version hattet ihr getestet? Gibts die Probleme immer noch? Wie gesagt, die ersten Alphas liefen auf manchen Karten definitiv nicht gut. Dazu sind Alphas nunmal da.
Punkt 5) Ubuntu 11.04 wird nach wie vor von Haus aus den GNOME2 Desktop installieren. GNOME2 dient erstens als Fallback für Rechner, auf denen keine Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte zur Verfügung steht und zweitens kann der Benutzer bei der Anmeldung sagen, dass der “Ubuntu Classic” Desktop geladen werden soll. Erst bei der übernächsten Ubuntu-Version (11.10) wird überlegt auf die GNOME-Shell bei der Installation zu verzichten. Man wird jedoch die GNOME-Shell (Wir werden sehen was mit Version2 passiert) wie bei jeder anderen Desktopumgebung nachinstallieren können.
April 19th, 2011 at 12:59
Ach, noch was vergessen: Unity aus Ubuntu 11.04 hat relativ wenig mit Unity aus Ubuntu 10.10 zu tun. Das “alte” Unity lief auf meinem Netbook grauenhaft langsam und machte den PC unglaublich träge. Unity aus Natty dagegen wurde vehement umgearbeitet und macht nun auf dem selben PC einen guten Eindruck.
April 19th, 2011 at 13:03
Über die Blödheit von Usern
will ich mich an dieser Stelle nicht auslassen, aber wenn das GUI crashed, ist es nicht deren Schuld.
April 19th, 2011 at 14:37
12 Testpersonen -> Menschheit
Fragt sich nur, wer hier wirklich zu blöd ist.
Man könnte ja auch bis zum Release warten und dann die Stabilität beurteilen. Und man könnte repräsentative Testgruppen wählen, mit ausreichend Probanden und einer besseren Verteilung als 50% Studenten und 50% IT-Freaks.
April 19th, 2011 at 14:46
Watch your tongue, will you …
April 19th, 2011 at 15:08
Watch your heading?
Ist auch nicht die feine Art, die halbe Menschheit als zu doof zu bezeichnen. Zumal auf Basis eines nicht wissenschaftlich durchgeführten Tests mit 12 Personen.
April 19th, 2011 at 15:14
Unter dem Gesichtspunkt wäre nur die Frage, ob du nur die Überschrift oder auch den Artikel gelesen hast.
Sonst hol das mal nach, dann verstehst vielleicht auch du den Sinn der Überschrift
…
April 19th, 2011 at 15:26
Ich gehöre auch zu den Menschen die zu dumm für Ubuntu sind. Vor allem versteh ich nicht, warum man mit der Begründung auf einen Relase Canditane verzichte, das man danach eh keine Zeit mehr hat bugs zu fixen. Warum bitte nicht? Ach ja, ist schon wieder April, da muß man auf den Markt werfen was bis dahin zusammengeflickt wurde.
Ich verstehe es einfach nicht. KDE4 hat zumindestens bei der Veröffentlichung dazugeschreiben, das es nur ein Entwickler release ist, wenn es auch keiner hören wollte (vor allem Ubuntu nicht). Für Gnome 3 wird der termin x mal verschoben, so daß man jetzt wohl wenigstesn nicht dauernd Fehlermeldungen zu Gesicht bekommen wird.
Und Ubuntu, die “Einfache Distribution für den Desktop”? Will man Windowsumsteigern ein vertrautes Entwicklungsmodell bieten, indem man die Software beim user reifen läßt? Aber Windows hat da längst nachgebessert. Und bevor bei Ubuntu ihrgenwas reifen kann, wird ja eh wieder alles umgeworfen und die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
April 19th, 2011 at 17:02
@ 11
Mit der Anzweiflung an den Sinn dieses 6-monatigen Releasezykluses bist du nicht allein
Sehe ich auch hier als grosse Schwäche von 11.04! Mit meinem Kubuntu kann ich dem nächsten Release gemütlich entgegen blicken, ist ja nichts wirklich großes entwickelt worden, aber man kennt es ja nochaus KDE 4.0. Man hat das Gefühl, dass dem Release Date die Entwicklungsarbeit ggü geopfert wurde.
Anstatt, dass ich wie Debian oder andere hergehe, und mir überlege dass es doch mal intelligent wäre etwas wie Unity erst zu veröffentlichen wenn es fertig entwickelt wurde und dann in die neue Distro einzubaun, rennen alle dem Shuttleword mit Cannoncial und ihrer bescheuerten 6 Monat Idee hinterher.
Auch wenn viele diese Krtitikschreiben an Unity und etc leid sind, ist doch das ein großer Punkt der zurecht für Unmut sorgt.
Cannoncial kann ja neue Ideen und etc umsetzen. Aber es muss auch gut fertig entwickelt sein!
Vllt wirds ja doch nicht so schlecht; ich leide mal mit allen die daran verzweifeln
mfg
April 19th, 2011 at 17:19
Warum gibt es kein kurzes Einführungsvideo oder Infofenster das die grundlegenden Dinge in 5 Minuten erklärt? Sind nicht versierte Benutzer bei Ubuntu nicht erwünscht?
April 19th, 2011 at 19:06
Die Hälfte der Menschheit? Unter vielen Menschen wurde denn dieser “Usability-Test” durchgeführt? Das ist aus dem mehr als fragwürdigen und polemischen “Artikel” nicht zu entnehmen. Rubrik Sinnlos…würde ich mal sagen.
April 19th, 2011 at 19:16
Doch, ist es, lieber Daniel. Schau nochmal hin.
Und dann lies auch du nochmal den Artikel, um die Überschrift zu verstehen …
April 19th, 2011 at 19:48
@13. Natty ist beta. Selbst die Unity-Artikel im uu-de-Wiki liegen noch in der Baustelle und Du willst schon großartige Videos von wem auch immer sehen.
Davon abgesehen kannst Du auf yt diverse Videos von Usern aufrufen – und wenn Natty final ist, siehst Du Dir das Produkt an, sprich probierst es einfach aus. Dazu muß Dich niemand an die Hand nehmen.
Und wenn Dir Unity nicht gefällt, wechselst Du beim Login einfach auf Ubuntu Classic, sprich Gnome 2, und gut ist’s.
April 19th, 2011 at 21:18
Unity steckt noch in einem frühen status und läuft bei mir sehr stabil …! Wartet doch einfach mal die zeit ab und gibt unity ne chance testet es wenn es bei euch ´´bug frei´´ ist ne längere zeit und entscheidet euch dann und nicht bevor die finale version überhaupt erschienen ist !!!
April 19th, 2011 at 21:56
Wer sich mal ein Video über Unity ansehen will, der kann ja mal bei Linuxundich vorbeisehen http://linuxundich.de/de/ubuntu/unity-video-review-ubuntu-natty-11-04/ Dort wird mal auf Unity geschaut, die Features erklärt und auch die Probs gezeigt. Fand das Video nicht schlecht.
April 19th, 2011 at 22:01
habe unity durchaus studiert. ich denke selbst für anfänger ist diese struktur nicht geeignet. nur wenn man sich mit ubuntu einigermaßen auskennt kann man unity so konfigurieren das es selbst einem anfänger genügt. die useability besteht ja nur aus dem “einen klick”, wenn der nicht zielführend ist, wird es erst richtig kompliziert.
ich denke benutzer die eine maus und ein keyboard erfolgreich bedienen können, sind auch im stande zwei dimensionen zu meistern, eine reduktion auf eine dimension ist nicht notwendig und auch kontraproduktiv.
was die reflexion in der community angeht, haben wir hier ein typisches symptom vor uns. in fast jeder gemeinschaft die das prinzip ‘primus inter parem’ verwendet, wird sich der primus mit dem ‘inter parem’ nicht mehr zufrieden geben und allen zeigen daß er/sie gleicher ist, besonders wenn jener millionen investiert; eine art demokratur die sehr gefährlich ist, da es von anfang an so gut wie unmöglich ist kritik anzubringen. nur abnicker sind vor dem ‘big spender’ demokratisch, alle anderen sehen nicht den gemeinnützigen guten menschen und sind neider, nörgler oder eben nicht fortschritts-gläubig
April 20th, 2011 at 02:35
Wie? So viele Kommentare und noch kein Posting von Burli? Ist da etwas schief gelaufen?
Ernsthaft: danke für dieses Posting. Auch wenn es Viele immer noch nicht wahrhaben wollen: Unity in seiner aktuellen Form und vor allem die Veröffentlichungspolitik sind die Pest. Seriöse Anbieter testen solche Sachen erst, bevor sie sie auf die Menschheit loslassen.
Scheint man bei Canoncial aber nicht nötig zu haben. Was war noch einer der Vorwürfe an Windows? Da werde man immer als Betatester missbraucht. So unfertige und unüberlegte Konzepte wie das neue (!) Unity hat aber selbst MS nicht hervorgebracht.
Ich hoffe sehr, man belehrt sich da nochmal eines Besseren, bevor man die mühsam zusammengekratzte neue Userschar endgültig vergrault.
Prost, nordlicht.
April 29th, 2011 at 14:30
Mittlerweile habe ich ja schon so einiges über Unity gehört, überwiegend schlechtes. Aber auch schon vor dem gestrigen Release habe ich User gesprochen, die Unity, ich zitiere, “einfach nur geil” finden.
Anyway, ich bleibe bei einem mittlerweile benutzbar gewordenen KDE4, sprich bei Kubuntu. Vielleicht werfe ich später mal einen Blich auf Gnome 3, aber bisher konnte ich mich nicht mit Gnome anfreunden…
Mai 8th, 2011 at 16:39
ich bin auch zu blöd lool, Heute morgen habe ich 11.04 wieder vom Laptop gekickt und mir 10.04 wieder installiert. 11.04 NEIN DANKE!!!!!!! Es ist noch zu früh ich warte mal vielleicht bis August oder so!!
Gruß
Jane
August 2nd, 2011 at 10:50
[...] unselbstständiger und vielleicht auch dümmer werden, wird dabei billigend in Kauf genommen. Ein nicht repräsentativer Test hat ergeben, dass die Hälfte der Menschheit bald zu blöd für Ubuntu ist.ZeitgeistZeitgeist merkt [...]
August 11th, 2011 at 20:45
Unity, so dachte ich, wäre echter Mist. Nun habe ich es mir doch mal angesehen und muss sagen “Einfach der Hammer”. Das Ding ist wirklich super, weil es einfach ist, klare Konzepte verfolgt und, obwohl ich ein Keyboard freak bin, tatsächlich schneller als das bekannte Gnome Menü, einen dahin bringt, wo man hin möchte.
Allerdings, man muss sich 5-10 Minuten mit der Idee beschäftigen ein bissi nachlesen, welche Shortcuts was bewirken.
November 13th, 2011 at 03:48
[...] der Menschheit bald zu blöd für Ubuntu (April 2011) http://www.naturalnik.de/wordpress/2011/04/halfte-der-menschheit-bald-zu-blod-fur-ubuntu/ Besonders schön: »8 Tester haben es nicht geschafft, ein Icon zum Launcher hinzuzufügen. [...]