FrOSCon 2010 – Ein Rückblick und Rahmenprogramm
Für viele war die diesjährige FrOSCon bereits der fünfte Besuch an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, doch Felix und ich machten uns erst zum zweiten Mal auf den Weg, um der zweitägigen Open Source-Konferenz als CAcert-Assurer und Besucher beizuwohnen. Am Abend vorher hatte sich nun noch ein Helfer-Job für uns ergeben, so dass wir uns am Samstag Morgen gleich in einer Dreifach-Rolle und grünen T-Shirts wiederfanden.
Freitag, 20.8.2010
Nach einer halben gemeinsamen Urlaubswoche im verregneten Schwarzwald kamen Felix und ich dann im – ebenfalls verregneten – Bonn an. Das Hostel, in dem wir auch im letzten Jahr untergebracht waren, wollte uns erst zum regulären Check-In ab 17 Uhr herein lassen, und so machten wir uns erst einmal auf den Weg, um uns beim örtlichen McDonald’s mit etwas Essbarem zu versorgen. Zum Glück ergab sich daraus noch eine recht spannende Exploration der Innenstadt, was unserer immensen Langeweile entgegenwirkte.
Am Abend hatte ich dann noch ein paar Vorbereitungen für meine LPIC-2-Prüfung zu treffen.
Samstag, 21.8.2010
Für den einen oder anderen von uns stellt frühes Aufstehen bekanntermaßen eine ganz spezielle Herausforderung dar, doch trotzdem machten Felix und ich uns schon gegen 8 Uhr mit dem Fahrrad auf den 10km langen Weg zur Fachhochschule in St. Augustin. Nachdem wir unsere Event-Bags und Besucher-Badges erhalten hatten, wurden wir im Helfer-Office mit T-Shirts und Aufgaben versorgt.
Die Kollegen von CAcert stürzten uns natürlich sofort ins communitytypische Chaos, als die Frage aufkam, wo denn nun unsere Aussteller-Badges zu finden seien (Badge Nr. 3, für den unaufmerksamen Leser
). Doch auch dieses Problem ließ sich lösen (die sidux-Jungs hatten sich das Bündel unter den Nagel gerissen), und so nahmen wir unsere Rolle als Otto-Normal-Besucher ein und verschafften uns einen Überblick über die Aussteller.
Dass die FrOSCon-Organisatoren wie auch im letzten Jahr ein buntes und breit gefächertes Repertoir an Ausstellern zustande bringen würden, war wohl zu erwarten, doch dieses Jahr warteten sie mit einem besonderen Gimmick auf: Google Inc. höchstselbst fand den Weg nach St. Augustin und stand Interessierten Rede und Antwort. Natürlich gab es hier auch nette Merchandising-Produkte, von T-Shirts über (übrigens sehr nervige) Anstecknadeln und Hologramm-Schreibblöcke bis hin zu einem USB-Solarladegerät, das unter allen Teilnehmern eines Quizzes verlost wurde. Die Google-Jungs (und Mädels) scheinen also nicht nur online für bunte und aufwändigen Content zu stehen, sondern auch einiges für geekige Werbeartikel übrig zu haben. Dass mich das erneut positiv von dem kalifornischen Unternehmen überzeugt, dürfte die meisten Leser nicht weiter wundern; ebenso wenig, dass zumindest der nervige Google-Pin Felix in Angst und Schrecken versetzte. Schließlich wusste er um meinen Hang zum digitalen Kitsch und die Auswirkungen, die dies auf den Grad seiner regelmäßigen nervigen Belastung haben wird
.
Zur Mittagszeit rief Ulrich zum CAcert Support MiniTOP, meinem ersten offiziellen Meeting in der neuen Rolle als Support Engineer. Auch mein Job als Co-Auditor wurde hier manifestiert. Spätestens wenn meine E-Mail-Signatur nicht mehr in das Eingabefeld des Thunderbirds passt, soltle ich aufhören, neue Ämter bei diesem verein anzunehmen
.
Im Laufe des Tages fanden natürlich auch meine beiden diesjährigen LPI-Prüfungen (201 und 202) auf dem Weg zur LPIC-2-Zertifizierung statt. An dieser Stelel bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich beim Förderverein des Leibniz-Gymnasium Remscheid für das Sponsoring dieser Prüfungen. Bei beiden Prfungen konnte ich 90% der Fragen beantworten und bin sehr zuversichtlich, in ein paar Tagen das Zertifikat als Intermediate Level Administrator im Briefkasten zu finden.
Um den sozialen Aspekt solcher Konferenzen nicht zu vergessen, fand abends im Anschluss an den ersten Konferenztag (und meine Aufsichts-Schicht an der Kinder-Hüpfburg) das Social Event in Form einer großen Grillparty statt, bei der Felix und ich mit einigen anderen Helfern auf der richtigen Seite des Grills eingeteilt waren
. Es gab alles von Steaks und Würstchen bis hin zu vegetarischen Grill-Objekten (Grillkäse ist gar nicht so komisch, wie er klingt !), und auch hier zeigte sich das enorme Organisationstalent der FrOSCon-Crew in einer absolut guten Versorgung mit allem, was dazu gehört.
Da wir noch einen weiten Weg zum Hostel nach Bonn vor uns hatten und beide recht müde waren, verpassten wir leider den Anschnitt des FrOSCon-Geburtstagskuchens. Stattdessen verirrten wir uns desnachts noch gehörig in den Straßen der Bonner Vororte, bis Felix (dessen Orientierungssinn in dieser Nacht übrigens auch nicht von dem des bei ihm so beliebten “blinden Chinesens” entfernt war) die richtige Rheinbrücke wiederfand.
Sonntag, 22.8.2010
Helfer-Jobs halten fit – denn dass Felix eines mogens ungeduldig auf mich warten würde, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Schon vor 9 Uhr nahmen wir den Helfer-Eingang der zum Messegelände umfunktionierten Fachhochschule und bekamen gleich unsere ersten Jobs des Tages (nebst frisch gewaschenem Helfer-Shirt). Felix durfte diTageskasse hüten, während ich den Netzwerkproblemen der Mensa (des großen Stände-Bereichs) hinterher telefonierte und den CAcert-Stand für die heutige Runde von Assurances vorbereitete.
Heute erhielt ich beim Mittagessen meine persönliche CAcert-Support-Einführung von Joost. Einfach unglaublich, mit was für Quark man da belästigt wird. Interessiert es mich wirklich, ob Netscape 3 im Jahr 2010 noch korrekt mit CAcert funktioniert? Und ist das überhaupt meine Aufgabe? Ebenfalls spannend wurde es dann bei zwei weiteren co-audited Assurances, bei denen sich wieder einmal herausstellte, dass die Privacy Policy von so gut wie keinem Assurer wirklich verstanden wurde.
Um 17 Uhr besuchte ich dann mit Felix meinen ersten (und einzigen) Vortrag an diesem FrOSCon-Wochenende, nämlich einen Talk über GNOME 3. Auch wenn sich im letzten Jahr viel getan hat, bin ich von den Neuerungen noch immer nicht überzeugt und kann mich mit der Idee der GNOME-Shell in keinster Weise anfreunden. Zum Glück haben sich die Entwickler gerade noch rechtzeitig gegen ein Release im September entschieden und die Entwicklungsphase um weitere 6 Monate verlängert.
Danach begann das allgemeine Abbauen. Schließlich musten die Mitglieder der FH ihr Lehrgebäude am Montag morgen wieder in dem Zustand vorfinden, in dem sie es der FrOSCon-Crew übergeben hatten. Teilweise gab es von diesem Zustand sogar eine recht brauchbare Dokumentation, nur an der Tischordnung der Mensa scheiterte es (wie wohl jedes Jahr) etwas. Es wurde zwar nach den Erfahrungen im letzten Jahr ein Plan angefertigt, dieser ließ sich allerdings nirgendwo mehr finden.
Gegen 21 Uhr war alles fertig und Felix und ich um einige Kenntnisse über die “Backstage-Area” der Konferenz reicher. Besonders gerne hätte ich das Equipment der Video-Crew eingepackt, doch wäre mein Fahrrad damit bestimmt etwas überfordert gewesen
…
Und heute Abend navigierte uns Felix auch fachgerecht zum Hostel zurück, während ich (natürlich) überhaupt nicht wusste, was Sache ist
…
Fazit
Fast hätte ich jetzt einen Satz gebracht, der mit “Wie jedes Jahr …” beginnt. Doch für Felix und mich war es ja erst der zweite Besuch der FrOSCon. Und trotzdem: Von allen Konferenzen und Messen, denen ich in diesem Bereich bisher beigewohnt habe, ist und bleibt die FrOSCon die am besten organisierteste und freundlichste von allen. Nicht nur wegen der unverschämt günstigen Eintrittspreise, die von einem ganz besonderen Händchen der Crew für Sponsoren zeugen, sondern wegen der Offenheit, die sich besonders im gegensatz zu Veranstaltungen des CCC nicht auf die Themen der Vorträge sondern auch auf die gesamte Oganisation der Veranstaltung beschränken.
Auch im nächsten Jahr werden wir definitiv als Helfer dabei sein – und trotzdem werde ich brav meien Spende verrichten, um das Konzept der Crew weiterhin zu unterstützen!
Weitere Fotos findet ihr auf Flickr.


September 1st, 2010 at 18:47
Neue Publizierung: Dominik George (Natureshadow): FrOSCon 2010 – Ein Rückblick und Rahmenprogramm http://bit.ly/dhyTP9 #planetdfde
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September 1st, 2010 at 19:12
NaturalNik Broadcast » Linux: FrOSCon 2010 – Ein Rückblick und Rahmenprogramm http://tinyurl.com/2aok2ws #linux
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