FrOSCon 2009
Wie ich bereits angekündigt hatte, haben Felix, Martin und ich dieses Jahr die Free and Open Source Software Conference in Sankt Augustin bei Bonn besucht. Am Samstag und Sonntag besuchten wir einige Vorträge, informierten uns über die neuesten Trends an der Front der Linux-Distributionen und brachten uns über den Rest der Open Source-Welt auf den neuesten Stand.
Am Freitag machten wir uns am späten Nachmittag von Wuppertal aus auf den Weg in Richtung Bonn, wo wir zwei Nächte im max Hostel gebucht hatten. Ursprünglich waren ich und eine andere Person von einem Mitarbeiter des Platinsponsors tarent eingeladen worden, da wir nun aber zu dritt unterwegs waren, haben wir Anreise und Unterkunft doch selber organisiert.
Erstaunlich pünktlich, immerhin waren wir mit der Deutschen Bahn unterwegs, kamen wir am Hostel an und checkten ein. Drei Betten in einem “eight bed mixed dorm”, für zwei Nächte sicherlich ganz bequem
. Danach machten wir uns auf den Weg, um ein paar Caches in der Umgebung des Hostels zu loggen und einen McDonalds oder ähnliches zu suchen.
Am Samstag machten wir uns dann gegen 9 Uhr auf den Weg mit der Stadtbahn nach Sankt Augustin. Frei nach dem Motto “Follow the Frog” haben die Veranstalter von der Haltestelle zur FH einen Trail aus Fröschen gesprayed, der den Weg zum Messegelände unmissverständlich zeigte.
Nach dem Login und der Entgegennahme der Event-Bags sahen wir uns erst einmal um und registrierten unsere DECT-Telefone bei Eventphone. Die Event-Bags hatten die Sponsoren mit einigen Fachzeitschriften, einem Buch über RSS und diversen anderen Kleinigkeiten gefüllt, so dass sich die Anreise fast schon alleine dafür gelohnt hat
. Außerdem ließen wir uns bei CAcert mit unseren nagelneuen CAcert-Assurer-Shirts einkleiden (vielen Dank nochmal an Thomas Bremer für die geniale Idee und Umsetzung!).
Während Martin dann um 11:15h den Vortrag über Webscraping mit WWW::Mechanize besuchte, drehten Felix und ich die erste Runde durch die Aussteller-Stände und führten die ersten Assurances durch. Danach war es Zeit für die PGP-Key-Signing-Party. Nachdem alle Klarheiten beseitigt waren, wurden Fingerprints bestätigt und Identitäten geprüft.
Zum Mittagessen kamen Felix und ich dann doch etwas zu spät, so dass wir uns die letzte Portion Nudeln mit Bolognesesauce teilen mussten (Martin bekam eine Stunde später dann Bolognesesauce mit beliebig viel Brot …). Während des Essens war ich dann auch schon fast mit dem Key-Signing fertig. Das caff-Skript ärgerte mich allerdings, so dass ich das Ganze dann dohc mit eigenen Bash-Onelinern erledigte und nur das Versenden der Mails an caff delegierte.
Felix und ich besuchten als ersten Vortrag dann die Einführung in IPv6. Neue Informationen erhofften wir uns kaum, da wir beide schon seit längerem über eigene Subnetze verfügen und Routing-Umgebungen dafür implementiert haben. Interessant waren aber die Informationen darüber, wie IPv6 bisher bei “großen” Providern umgesetzt wird (wieso z.B. hat der “rosa Riese”, wie Jens Link ihn nannte, ein /19-Subnetz ??). Danach war FreeSmartphone.org an der Reihe.
Besonders interessant waren heute die verschiedenen Linux-Distributionen und deren Philosophien. So konnte ich einmal einen etwas besseren Einblick in die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bekommen. Am attraktivsten sind für mich zur Zeit (als Alternative zu meinem aktuellen Ubuntu) Sidux und ArchLinux, wobei mich an Sidux als reine “Verpackung” um Debian sid die stark übertriebene Interpretation von “free software” stört. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass eine Linux-Distribution nach meinem Geschmack auf dem Debian-Projekt basieren sollte und eine eigene Umgebung aufbauen sollte. Momentan tut das vorwiegend Ubuntu, doch leider hat diese Distribution auch ihre Macken.
Von diversen Gimmicks konnten Felix und ich auch nicht die FInger lassen, hier seien einige Buttons und – allem voran – ein mehr als genialer OpenStreetMap-Cheat-Mug genannt
.
Anstelle des Social Events machten wir uns nach dem offiziellen Ende des Messe-Tages mit mirabilos auf den Weg zu ein paar Tradis, bevor wir zurück nach Bonn zum Hostel fuhren.
Am Sonntag Morgen war besonders für Felix und mich als allererstes der Vortrag über ZFS von “Uli” interessant. EIn bisschen skeptisch war ich nach dem, was Felix mir über ZFS erzählt hatte, ja schon, doch diese Zweifel konnte der Redner durchaus zunichte machen. Die grundlegend neue Architektur eröffnet tatsächlich interessante neue Möglichkeiten, die von Verfügbarkeit über Sicherheit bis Effizienz traditionelle Architekturen wie RAID und LVM in den Schatten stellen könnten. Einziges Manko bleibt die GPL-inkompatible Lizenzierung, die eine native Unterstützung im Linux-Kernel verhindert. Als zweiten Vortrag besuchten wir “Malware for Soho Routers” von “naxxatoe”.
Die nächsten Stunden verbrachten wir dann mehr oder weniger mit “Gammeln” und einer weiteren Runde durch die Ausstellung (heute bekamen wir übrigens zwei Portionen Mittagessen für zwei Personen
), bevor wir zuletzt Hendrik Richters Präsentation zu GNOME 3 besuchten. Irgendwie beschlich mich während des Vortrags ein leichtes Déjàvue-Gefühl, das bei nährerer Betrachtung auf KDE 4 gründete. Einige der Neuerungen, die es evtl. in GNOME 3 geben soll, rufen bei mir erste Anzeichen von Panik hervor (vgl. GNOME Shell, Zeitgeist). Hendrik Richter vermutet allerdings, dass es eine Option für Nostalgiker geben wird
…
Meine Lieblings-Zitate (Insider-Warnung):
“… … … naja, es ist eine Lösung für ein Problem … … …“
– Jens Link bzgl. interessanter NAT-Konstruktionen
“Irgendwann stimmte eine Prüfsumme dann aus Versehen doch mal.”
– “Uli” zu einer ungewollten ZFS-Selbstheilung
Interessante Links:
- FrOSCon-Website
- Max Hostel Bonn
- ArschLinux (ohne persönlichen Bezug
)
Einige Zahlen:
- Besuchte Vorträge: 5
- Durchgeführte Assurances: 9
- Eingesammelte Installationsmedien: 10
- Getrunkene Flaschen Club-Mate:
- Lautstarke nächtliche Schließfachöffnungen der Zimmergenossen: 2^32
- Signierte PGP-Schlüssel: 72
- Ausgaben: ca. 144,39 €
- Wert der Gratis-Merchandising-Artikel: 124,30 €
Insgesamt als ein informatives und lustiges Wochenende!

August 24th, 2009 at 2009-08-24T21:18:08+00:000000000831200908
Hallo,
im Namen der FrOSCon Orga möchte ich nur kurz darauf hinweisen, dass nicht WIR die Frösche als Wegweiser gesprüht haben und nicht davon wissen, wer das gemacht haben könnte.
Uns verfolgt seit dem ersten Jahr ein Stalker / Fan, der das pünktlich von Freitag auf Samstag Nacht macht.
Wir haben uns im letzten Jahr extra auf die Lauer gelegt, sind ihm aber noch nicht auf die Schliche gekommen
Schön aber, dass es Euch trotzdem geholfen hat, die Hochschule zu finden – und danke fürs Feedback.
Liebe Grüße
Christian
August 31st, 2009 at 2009-08-31T09:28:08+00:000000000831200908
http://hendi.name/wp-content/uploads/2009/08/sdc10075.jpg
Da hat man euch aber gut getroffen
August 31st, 2009 at 2009-08-31T10:52:07+00:000000000731200908
Ja, sehr hübsch. Und da sieht man auch gleich, dass ich mir an fremden Ständen Zugang zu meinem Postfach erschnorre
…
Danke für den Link, Torsten
.
September 4th, 2009 at 2009-09-04T17:32:03+00:000000000330200909
Gerade gefunden:
http://www.tuxtux.org/2009/09/01/tuxtux-podcast-8/
Vielen Dank an TuxTux.org für die Erwähnung ab 7:55 !
September 4th, 2009 at 2009-09-04T22:03:47+00:000000004730200909
FrOSCon/OpenSQL Camp summary…
It’s almost two weeks now since FrOSCon and the OpenSQL Camp subconference have taken place in Sankt Augustin, Germany — about time for a summary and update from my side!
First off, I would like to thank all of the participants and supporters…