Alicante 2009 mit Felix
Wie alles begann …
OK, ganz so spektakulär ist die Vorgeschichte nun nicht, aber aus gegebenem Anlass bin ich von dieser Überschrift etwas vorbelastet
.
Dieses Jahr war ich mit Felix und Miky eine Woche in Alicante. Ursprünglich sollte mein Großvater mitkommen, was dann aber nicht ging. So war dann ein Platz für einen Freund frei. Felix kannte ich zwar vor dem Urlaub erst seit einer Woche, aber wir haben uns so gut verstanden, dass er gleich ziemlich viel daran setzte, mit kommen zu können.
In Spanien erwartete uns dann Sonne, das Mittelmeer, einige Urban Exploration-Touren, ein paar Caches, nächtlicher Smalltalk am Meer und ansonsten einfach nur Spaß.
Leider ist so ein Urlaub ja immer viel zu kurz, aber ich gehe mal davon aus, dass Felix und ich so eine Woche bestimmt noch das eine oder andere Mal zusammen verbringen werden. Dafür kann ich mich jetzt länger, als der Urlaub dauerte, mit dem Bloggen über das Ganze beschäftigen. In der Hoffnung, dass es jemand liest – und wenn nicht, tja, dann lese ich es halt selber
. Kommentare sind wie immer erwünscht
.
Auf geht’s!
Übersicht
- 4.7.2009 – Hinflug
- 5.7.2009 – Castillo de Santa Bárbara
- 6.7.2009 – Serra Grosa
- 7.7.2009 – Santa Pola
- 8.7.2009 – Serra Grosa Teil 2
- 9.7.2009 – Benidorm und Umgebung
- 10.7.2009 – Museo del transporte y del territorio de la communidad Valenciana y centro cívico
- 11./12.7.2009 – Alicante, Torrevieja und Rückflug
- Links und Downloads
- Bildergalerie
4.7.2009 – Hinflug
So haben wir uns dann am Freitag vor dem Abflug getroffen und kamen dann mit Miky am Samstag Nachmittag pünktlich am Düsseldorfer Flughafen an. Um 16:20h sollte unsere Airberlin-Maschine planmäßig abfliegen, und da wir die Bordkarten schon vorher online erstellt hatten konnten wir den gesamten Checkin recht schnell hinter uns bringen. Danach versorgten wir uns noch mit einem Flammkuchen, bevor wir uns an der Security vorbei (Insider-Alarm
) in den Duty-Free-Bereich begaben und knapp 30 Minuten später das Flugzeug bestiegen.
Und an dieser Stelle mal ein Tipp an alle, die sich schon immer über die kaum als solche zu bezeichnende Beinfreiheit in “Airbussen” geärgert haben: Eine Reihe hinter dem Notausgang gibt es einen Fensterplatz mit knapp 2 Metern Beinfreiheit
. Da gibt’s sogar einen bewegbaren Tisch, auf dem man sein Notebook (oder wahlweise das Käsesandwich) bis ans linke Ohr des Vordermanns schieben kann. Und das ganz ohne Aufpreis! Außerdem ist man der erste an der Wasserrutsche, anders als im Sommer im überfüllten Freibad *hüstel*.
Der Flug sollte planmäßig zwei Stunden und fünfunddreißig Minuten dauern (tat er am Ende auch, daran kann man, falls man es noch nicht mitbekommen hat, wunderbar erkennen, dass die Deutsche Bahn noch nicht ins Fluggeschäft eingestiegen ist), und während sich Miky ein wahrscheinlich vollkommen sinnentleertes Hörbuch zu Gemüte führte, flashten Felix ud ich erstmal ein embedded Linux auf’s Triebwerk – Pinguine können eben doch fliegen. Na gut, eigentlich bastelten wir nur eine Bash-Uhr, aber das tut nichts zur Sache, man will ja schließlich die Spannung erhalten.
Pünktlich um 18:30h landeten wir dann in Alicante und konnten nach einer gefühlten Ewigkeit unser Gepäck entgegennehmen, den Leihwagen abholen und uns auf den Weg zur Ferienwohnung machen. Das Edificio Rocafel, ein Gebäude aus den 70er Jahren in dem die Ferienwohnung liegt, steht direkt am Meer, davor befinden sich einige aus Felsen aufgeschüttete Buchten.
Den Rest des Abends verbrachten wir mit essen, einkaufen und gammeln auf der Terrasse.
5.7.2009 – Castillo Santa Bárbara
Den ersten richtigen Urlaubstag verbrachten Felix und ich größtenteils damit , uns die mittelalterliche Festung Santa Bárbara in Alicante anzusehen. Ich selbst war bereits vor 2 Jahren dort, doch heute erforschten Felix und ich das Gemäuer mit allen Ecken und Winkeln (inklusive denen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind). Es war schon sngenehm heiß, doch auf den hohen Aussichtspunkten der Burg wehte ein erfrischender Wind.
Das Castillo Santa Bárbara befindet sich auf dem 166 Meter hohen Mont Benacantil und wurde im 9. Jahrhundert von den Mauren gebaut, die den Berg als strategischen Stützpunkt am Meer betrachteten. Weitere Teile der Burg stammen aus dem Hochmittelalter und aus dem 18. Jahrhundert. Bis 1873 war die Anlage als Festung, z.B. während des spanischen Erbfolgekrieges, in Benutzung, um danach bis immerhin 1962 als Gefängnis zu dienen. (Quelle: Wikipedia).
An der Anlage befinden sich auch zwei Geocaches, von denen ich einen bereits vor zwei Jahren gefunden habe. Den anderen, der außerhalb der Burgmauern liegt, gingen Felix und ich gemeinsam an und stießen dabei auf einen Obdachlosen, der sich direkt neben der Dose einen Platz zum campen gesucht hatte. Er wies uns dann auch freundlicherweise darauf hin, dass der Weg nach unten dort nicht wäre – das Gegenteil hätte ich angesichts der interessanten Steigung von etwas über 300% auch bemerkenswert gefunden 8D.
Da wir uns ursprünglich mit Miky am Strand treffen wollten, fuhren wir nach der Erkundung der Burg mit der Straßenbahn zur Playa San Juan, einem mehrere Kilometer langen Sandstrand nördlich von Albufera. Von dort aus machten wir uns allerdings bald wieder auf den Fußweg zurück zur Ferienwohnung, da Miky nicht mehr dort war. Auf dem Rückweg trafen wir ihn und suchten dann gemeinsam ein Restaurant.
Beim späteren Blick auf die Trackaufzeichnung stellte sich heraus, dass wir ganz unbewusst 24km zu Fuß zurückgelegt hatten – nicht schlecht angesichts der Temperaturen. Zur Abkühlung gingen wir dann noch in einer der Buchten vor dem Haus schwimmen.
6.7.2009 – Serra Grosa
Miky hatte Bauchschmerzen, eigentlich hatten wir heute eine gemeinsame Tour vor. Doch so machten sich Felix und ich um die Mittagszeit auf, den hinter dem Rocafel gelegenen Berg zu erkunden. Dort oben lag auch ein Cache, den wir nebenbei einsammeln wollten, vor allem zog es uns aber ins Gelände. Zur Serra Grosa führt zunächst eine recht breite Straße, danach geht der Weg in einen Kiesweg über, der bis ins Buschland hinauf führt.
Am Rande der Serra Grosa gibt es auch noch einige Häuser (teilweise bewohnt, teilweise baufällig) und es lässt sich deutlich erkennen, dass die Zufahrt zur Geröllebene früher einmal recht effizient durch ein Tor verhindert wurde.
Von oben hat man einen genialen Blick bis weit ins Landesinnere über Alicante bzw. auf der anderen Seite hinunter zum Rocafel und über das Mittelmeer. Zur westlichen Seite führt ein wenig befestigter Bergwanderweg hinunter ins Tal, um danach auf den benachbarten Hügel zu führen. Die Landschaft besteht dort hauptsächlich aus Felsen, die teilweise zu Steinbrüchen wurden so dass sich viele groteske Abgründe und Schluchten ergeben. Von hier und vom benachbarten Hügel (dazu später mehr) wurde ein großer Teil des Steins zum Bau der Alicantiner Besiedlung gewonnen, wie uns die Verwalterin der Ferienwohnung, Olga, später erzählte.
Auf dem Weg nach unten fiel unser Blick auf ein großes, rundes Bauwerk, das sich dann als Bestandteil einer recht großen Ansammlung von Ruinen herausstellte. Die Erkundung dieser Ruinen fesselte uns natürlich sofort. In der Mauer des Turms, den wir von oben gesehen hatten, fand sich eine Gravur mit einer Jahreszahl – 1937. Vermutlich stammt die Anlage also aus dem spanischen Bürgerkrieg, Valencia, die Region um Alicante, wurde im spanischen Bürgerkrieg 1936-1939 von den Republikanern verteidigt, die besonders Ende 1937 immer weiter von den nationalistischen Truppen Francos immer weiter zurück gedrängt wurden. Da die Ruinen quasi direkt am Meer liegen, ist davon auszugehen, dass die Anlage bis zum bitteren Ende benutzt wurde, um sich vor den nationalistischen Truppen zu schützen. Am 14. April 1938 gelang Franco der endgültige Durchbruch zum Mittelmeer, am 31.3.1939 wurde Alicante von den Nationalisten eingenommen. Dies wird wahrscheinlich das Datum sein, an dem die Bauten zum letzten Mal zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt wurden (Quelle: Der spanische Bürgerkrieg, Carlos Collado Seidel, 2006; Wikipedia).
Zur Zeit scheinen die meisten der kleineren Gebäude von Obdachlosen (evtl. algerischen Immigranten) als Wohnung genutzt zu werden, obwohl die Zerstörung in der Umgebung enorm ist. Die Gebäude sind nicht nur baufällig und teilweise eingestürzt, sondern auch von einem allgegenwärtigen Geruch nach Müll und verkohltem Stein umgeben. Die meisten der Bauten sind vollständig ausgebrannt, so weit das bei Steinbauten möglich ist, das Betreten vieler der Bauten ist alleine wegen des Brandgeruchs schon unmöglich. Den Grund für diese Zerstörung bzw. die Brände konnten wir nicht finden, sicher ist jedoch, dass die Innenräume der Gebäude deutlich nach dem Bürgerkrieg ausgebrannt wurden.
Felix wollte sich dennoch eine der Höhlen genauer ansehen und betrat mit meienr Digicam den Raum, um dann mit leicht verklärtem Gesichtsausdruck wieder heraus zu kommen.
Nik: Was’n los?
Felix: Da wohnt einer ….
Nik: Und, watt sachter?
Felix: ¡Hola!
Nik: ¿Hola? Mehr nicht?
Felix: Ne, einfach nur ¡hola! …
Ich meine, hallo? Stell dir vor, du liegst gemütlich in deinem Wohnzimmer oder viel mehr dam, was du in stummer Verzweiflung zu einem solchen erklärt hast, und plötzlich kommt ein x-beliebiger Touri rein und hält dir ne Digitalkamera vor’s Gesicht. Und alles was du sagst ist ¡Hola! ? Na prima, die Ruhe möchte ich weg haben
…
Wir nahmen uns vor, die “Ruinenstadt” an einem der nächsten Tage noch einmal genauer zu untersuchen und machten uns auf dem Weg zurück zum Rocafel. Auf dem Weg zur Straße warfen wir noch einen Blick durch die Gitter, die ein offenbar recht großes Höhlensystem unter dem Berg verschließen und überlegten uns, dass es cool wäre, einen unverschlossenen Zugang zu finden (den wir später auch finden sollten).
Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Rocafel und fuhren mit Miky in die Stadt zum Einkaufen und zum Abendessen.
7.7.2009 – Santa Pola
Schon zu Hause war Felix und mir aufgefallen, dass die gesamte Wüste von Santa Pola nicht in OpenStreetMap kartografiert ist. Also haben wir uns heute auf den Weg gemacht, diesen Missstand auszugleichen. Schon vor zwei Jahren hatte mir die Hochebene mit ihrer wüstenartigen, aber doch abwechslungsreichen Landschaft ziemlich gut gefallen.
Miky begleitete uns zunächst, um zwei Caches am Rande der Hochebene zu finden, danach machte er sich auf den Weg, ein schattiges Fleckchen am Strand zu suchen. Felix und ich erkundeten die ersten Wege in der Serra Santa Pola.
Auch in dieser Geröllwüste erwarteten uns einige verlassene Bauwerke, wie z.B. ein Objekt, das wir als Wasserspeicher aus den 90er Jahren identifizierten. Ein weiteres Objekt war ein altes Gehöft, zu dem wir jedoch keien näheren Informationen auftun konnten. Möglicherweise wurde auch ein größerer Teil der Wüste militärisch genutzt, zumindest erweckt das Gelände um den Leuchtturm von Santa Pola diesen Eindruck. Dieses Gelände, das am Ende einer schnurgeraden Straße, die die Wüste in zwei Teile teilt, liegt, ist streng militärisch bewacht und verfügt über recht respektable Überwachungstechnik.
Nachdem wir einen Teil der Wüste kartografiert hatten, wollten wir uns nach einem Schiff nach Tabarca, einer an der Costa Blanca vorgelagerten Insel, umsehen, um diese zu besichtigen und danach von Dort ein Schiff nach ALicante zu nehmen. Doch leider konnte man uns keine brauchabre Auskunft über die Fahrtmöglichkeiten von Tabarca zurück nach Alicante geben, so das wir uns dann für den Schnellbus entschieden.
Bus fahren in Spanien scheint im Übrigen erfreulich günstig zu sein, für die immerhin knapp 40 Kilometer von Santa Pola nach Alicante bezahlten wir zu zweit nur etwas über 4 Euro – in einem bequemen und modernen Reisebus!
8.7.2009 – Serra Grosa Teil 2
Vorgestern hatten wir in den Bergen ja eine ziemlich große, verfallene Befestigungsanlage gefunden. Heute machten wir uns auf den Weg, diese noch einmal genauer zu erkunden. Da uns der Weg durch das Buschland ziemlich gut gefallen hatte, nahmen wir erneut den Weg durch den unbebauten Teil der Serra Grosa, um diesmal den Weg auf der anderen Seite des Berges, zum Landesinneren hin, zu benutzen. Die Aussicht von dort oben über Alicante ist schon beachtlich.
Als wir dann in der Nähe der Ruinen ankamen, machten wir uns zunächst auf den Weg zur Spitze des Hügels, an dem die Bauten liegen. Warum? “Weil es geht!” – eine Begründung, die Felix und mir eigentlich schon reicht
… gut, meistens ist das die einzige halbwegs sinnvolle Begründung für das, was wr tun
. Dort oben wehte ein recht starker Wind, was bei den Temperaturen von über 30 °C doch ganz angenehm war. Am Hang steht dort auch die am höchsten gelegene Ruine, ausgebrannt wie alle anderen, die wir bisher gesehen hatten.
Letztendlich machten wir uns daran, die schon am Montag entdeckten Bauten noch einmal genauer zu betrachten. Viel Neues gab es nicht, jedoch lag unser Hauptaugenmerk auch mit darauf, einen eventuellen Zugang zum darunterliegenden Höhlensystem zu finden.
Wir verließen die Anlage durch einen Torbogen am süd-westlichen Ende. Von dort führt zunächst noch ein Weg am Berg entlang, danach schlugen wir uns ins Gelände. Bemerkenswert fanden wir eine aus Steinen gebaute Bank, die dort mitten in der Wildnis ihresgleichen suchte (im Nachhinein wird bei einem Blick auf Google Earth klar, dass vor gar nicht all zu langer Zeit einmal ein Weg dort entlang führte). EInen Zugang zu den Höhlen fanden wir jedoch nicht.
Doch das änderte sich, als wir am Fuße des Berges auf die Straßenbahn warteten. Felix wollte cich am Bahnhof nach der Abfahrtszeit seines Zuges nach Perpignon erkundigen, und so warteten wir auf die Bahn in Richtung “Alicante City”. Da fiel Felix Blick auf einen weiteren Eingang, der leicht nach hinten versetzt im Berg liegt. Das Gitter, das diesen verschließen sollte, war geöffnet und es ließ sich erkennen, dass sich das auch so bald nicht ändern würde. Also warfen wir einen kurzen Blick hinein und nahmen uns vor, das System vor der Abreise in jedem Fall noch einmal genauer zu untersuchen.
9.7.2009 – Benidorm und Umgebung
Miky war heute wieder fit, daher unternahmen wir heute mal eine gemeinsame Tour in Richtung Benidorm. Unser erster Stop war die Serra d’Orcheta, inder Nähe des Embalse de Amadorio, einem großen Süßwasser-Stausee, der in der ansonsten wüstenartigen Umgebung der Küste so unpassend wirkt wie es nur geht.
Auch in Orcheta gibt es einen Berg mit einer Geröllwüste, den wir heute bestiegen. Die Pflanzenarten hier sind schon wieder andere als direkt an der Küste, meinem Sonnenbrand an den Waden gefielen sie aber nicht so gut. Zunächst führte ein Weg den Berg hinauf, von dem aus wir die ganze Zeit einen guten Blick über das Tal hatten. Am Fuße des Berges liegt die Ruine einer alten Ziegelei, die wir uns später noch angesehen haben. Knapp 100 Meter vor der Spitze des Berges und dem Cache, den wir dort loggen wollten, endete der Weg jedoch und ging in rohen Felsen und Geröll über. Miky wollte sich das nicht antun, sehr zu seinem Leidwesen sahen Felix und ich das anders und machten und in perfektem Teamwork (danke Felix !) an den weiteren Aufstieg.
Nach dem Cachefund und dem Abstieg statteten wir der alten Ziegelei noch einen Besuch ab. Das teilweise eingestürzte Gelände besteht aus mehreren Bauten inklusive eines Schornsteins und des Brennofens. Viel Zeit für eine ausführliche Exploration hatten wir leider nicht, und wahrscheinlich ist es auch nicht ratsam, die stärker zerstörten Teile der Anlage zu betreten. Im alten Brennofen fanden wir die Skelette zweier Hunde, die aneinander gekuschelt auf dem Boden lagen. Leider konnte ich bisher keine Informationen finden, zu welchem Betrieb das Gelände einmal gehörte.
Am Nachmittag fuhren wir von Orcheta nach Benidorm, um uns dort die Stadt anzusehen. Im Übrigen sei angemerkt, dass ich hier endlich ein Crêpe bekam. Freunde des Hauses wissen, dass ich nun seit Wochen verzweifelt versuche, in Deutschland ein Crêpe, egal welcher Machart, zu erstehen. Aber das ist ein anderes Thema, das ich jetzt meinen Lesern zuliebe nicht vertiefe
…
Zuletzt machten wir uns dann auf den Weg in Richtung El Campello. Auf dem Weg lag noch ein Cache, der mal wieder interessantes Gelände versprach. Irgendwie war die Stimmung aber ziemlich am Boden, zumindest, was das Cachen angeht, denn eigentlich war ich gar nicht so sehr auf diese Art von Aktivität aus. Miky hatte auch nicht wirklich viel Verständnis für diverse Kletteraktionen, die eigentlich nur durch den Stress, den er verbreitete, wirklich gefährlich wurden. Dennoch versuchten Felix und ich uns an einem Turm, dessen Zugang auf etwa 2,5m Höhe lag. Eigentlich eine ganz nette Herausforderung, wenn auch so nah am Abhang nicht ganz ungefährlich.
Das Abendessen nahmen wir als Deutsche in SPanien heute in einem chinesischen Restaurant zu uns, in dem es aber immerhin eine französische Speisekarte gab. Und Felix und mich amüsierte diese nicht schlecht (gut, eigentlich war uns die Linguisitk in dieser Hinsicht egal), denn die Nummerierung der Gerichte konnte man ruhigen Gewissens als …. nun, sagen wir, kreativ bezeichnen (siehe Bildergalerie).
Die Flugente war übrigens lecker, kam bestimmt auch mit Airberlin
.
10.7.2009 – Museo del transporte y del territorio de la comunidad Valenciana y centro cívico
Den letzten gemeinsamen Tag in Spanien verbrachten Felix und ich zu einem guten Teil im Museum des Transports, des Territoriums der Region Valencia und des Stadtzentrums. Hier gibt es ein Restaurant, ein Kino, mehrere Multifunktionsräume, eine Bibliothek, ein Auditorium, eine Cafeteria und natürlich einige Museumsräume. Der Eingang befindet sich in Alicante an der Straßenbahnhaltestelle Seguenta.
Doch nun zurück zur Gegenwart: Das Museum, das ich soeben beschrieben habe, ist bisher nur ein Plan der Comunidad Valenciana, der Eingang ist mit einem ziemlich massiven Gitter verschlossen. Was einmal zu all dem, was ich oben aufgelistet habe, werden soll, ist zur Zeit ein großes, rohes Höhlensystem mit einigen Gängen und kreisrunden, aus dem Fels gesprengten Höhlen. Einen Zugang zu diesem Höhlensystem gibt es, dessen genaue Position wird hier aber nicht verraten. Ob hier jemals eine Touristenattraktion dieses Ausmaßes entstehen wird, bleibt abzuwarten. Felix und ich haben uns vorgenommen, uns das, was aus dem Höhlensystem geworden ist, anzusehen, wenn es fertig ist.
Leider konnten wir bisher keine brauchbaren Informationen über die Entstehung der Höhlen ausfindig machen. Wir vermuten aber, dass auch der unterirdische Teil des Berges spätestens im Spanischen Bürgerkrieg militärisch genutzt wurde. Die Höhlen sind nämlich definitiv durch Menschenhand und nicht auf natürlichem Wege entstanden. Möglicherweise wurden die Höhlen auch einzig und allein für den Museumsbau angelegt, jedoch halten wir das für sehr unwahrscheinlich.
In den Höhlen herrschte natürlich eine im Vergleich zu draußen angenehme Temperatur, der Boden wurde teilweise zwecks einer Begehung, evtl. durch zukünftige Sponsoren, mit Planen ausgelegt. In einer der hinteren Höhlen fanden wir auch einen Plan des Systems in dem die Verwendung der einzelen Räume für das geplante Museum vermerkt ist (siehe Bildergalerie).
An eienr Stelle der Höhlen fiel uns ein Stollen auf, der senkrecht aus dem Gang ach oben führte. Wir vermuten, dass es hier doch noch eine Verbindung zu den überirdischen Bauten gibt. Das Höhlensystem liegt nicht direkt unter der Befestigungsanlage, die wir erkundet hatten, allerdings gibt es auch am süd-westlichsten Ende des Berges noch Ausläufer der Bauten.
Nachdem wir die Erkundung der Höhlen beendet hatten, schauten wir noch im nahen McDonald’s vorbei. Ich hätte gerne mein Gesicht gesehen, als mich der freundliche Herr hinter der Theke, als ich nach dem dritten Mal immer noch nicht begriffen hatte, dass es kein Cheeseburger-Menü gibt (warum eigentlich nicht ?), immer noch freundlich aber bestimmt fragte: “Na, watt woll’n se denn nun?” … Ich tippe mal auf Auswanderer wegen Unterbezahlung in deutschen Fillialen des bekannten Schnell-Restaurants oder Ähnliches
…
Den Rest des Tages verbrachten wir dann endlich einmal an der Playa San Juan, dem größten Sandstrand der Region. Vorgehabt hatten wir das schon ein ums andere Mal vorher, doch jedes Mal hatten usn unsere Entdeckungen einfach zu sehr gefesselt. Zu Abend aßen wir dann im Hafen von Alicante, wo wir, typisch spanisch, Paella mit Hähnchen und Meeresfrüchten bestellten.
Nachts gingen wir dann noch einmal an die Bucht vor dem Haus, um ein wenig Smalltalk zu führen (“ein wenig” meint hier etwas um die 1,5 bis 2 Stunden).
11./12.7.2009 – Alicante, Torrevieja und Rückflug
Am Samstag Morgen hatten Miky und ich Felix zum Bahnhof gebracht, wo er mit dem Zug zu seinen Eltern nach Perpignon fahren wollte. Der Zug überzeugte äußerlich nicht unbedingt von guter Verarbeitung, Felix ist dann aber doch unbeschadet in Frankreich angekommen
.
Am Sonntag mussten Miky und ich die Ferienwohnung um 10 Uhr verlassen und machten uns dann auf den Weg nach Torrevieja, wo Miky noch ein paar Tradis loggen wollte.
Abends bestiegen wir den Airberlin-Flug zurück nach Deutschland (die Kontrollen am Allicantiner Flughafen, die es vor zwei Jahren noch nicht gab, sind mittlerweile genauer als in Deutschland). Im Flugzeug gab ich mich dann einem Spanischkurs auf Kanal 4 des Bord-Radios hin. Das ist eine ganz geniale Erfindung des Alpha-Instituts, die sie irgendwie von Aldous Huyley’s Brave New World abgeguckt haben müssen. Zunächst wird man in einen Trance-Zustand versetzt und bekommt dann spanische und deutsche Vokablen vorgelispelt. Ein bisschen ungeschickt ist, dass man dabei alle 20 Sekunden von einer freundlichen Stewardess, die die überteuerten Angebote des Bord-Bistros über sämtliche Kanäle broadcastet (und dabei die Lautstärke auf das doppelte anhebt) wieder unter die Lebenden geholt wird.
Im Übrigen habe ich geogetaggte Fotos von unterwegs, woraus dann ein Pariser Sonnenuntergang entstand
…
Pünktlich um 22:45h erreichten wir den Düsseldorfer Flughafen.
Links und Downloads
- Trackaufzeichnungen (ZIP-Archiv)
- Serra Grosa (Google Maps)
- Ruinen bei Serra Grosa (Google Maps)
- Edificio Rocafel (Google Maps)
- Ziegelei in Orcheta (Google Maps)
- Serra de Santa Pola (Google Maps)
Bildergalerie
