Seit meinem letzten Post zur Internet-Autonomie habe ich mich extensiv mit meinem Jabberserver unterhalten.
Meine Bemühungen, die ich nun schildern werde, mögen etwas paradox erscheinen: Es geht um die Anbindung von Legacy-Netzwerken über Jabber-Transporte, vornehmlich Skype und Facebook. Beide benötige ich übergangsweise, um die Kommunikation mit einigen Leuten aufrechtzuerhalten, die ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht migrieren kann.
Der Grund dafür, dass ich diese Protokolle nun über Jabber-Transporte anbinden wollte, ist der, den ich schon einmal genannt habe: Datenverfügbarkeit. Ich habe wenig bis gar keine Kontrolle darüber, was mit den Daten passiert, die ich über Facebook und Skype kommuniziere. Skype halte ich persönlich für äußerst schwer angreifbar (mit Ausnahme der Quellen-TKÜ), da es komplett dezentral arbeitet. Facebook ist hingegen ein bekanntes Problem.
Wenn man trotzdem aus historischen Gründen über diese Protokolle kommunizieren muss, so bleibt nur, sich klar zu überlegen, welche Informationen man durch den Kanal kommuniziert. Der Vorteil des Jabber-Transports ergibt sich dann, wenn man hier auch noch mod_archive hinzunimmt. Mod_archive loggt serverseitig alle Gespräche mit (sofern der Benutzer das konfiguriert hat).
Aus vielen Gründen ist mir die Archivierung meiner Konversationen äußerst wichtig – jedoch erlauben weder Skype noch Facebook einen sauberen Export dieser Daten. Durch das Routing sämtlicher Nachrichten durch meinen eigenen Jabber-Server ist die Datenverfügbarkeit vollständig gegeben.
Für die Techniker: Eine gute Implementation für die Transports ist Spectrum. Spectrum ist eine modulare Software, die über verschiedene Backends beliebige Protokolle transportieren kann. Existierende Backends sind libpurple und Skype. Die Implementation für Skype ist etwas von hinten durch die Brust ins Auge, aber das ist nicht anders möglich, da Skype ein Paradebeispiel für proprietäre Software ist. Das Backend startet Skype in einem virtuellen Framebuffer und registriert sich dann etwas magisch auf dessen DBus-API – kotzwürgbrech. Aber dafür können die Spectrum-Entwickler nichts und es funktioniert erstaunlich stabil. Facebook hingegen lässt sich einfach per XMPP anbinden.
Auf dem iPad ist dann besondere Vorsicht bei der Auswahl des Jabber-Clients geboten: Am vielversprechendsten sieht imo.im aus. Doch eines macht mich stutzig: das App bietet Push-Benachrichtigungen für XMPP bis zu einer Woche, nachdem das App beendet wurde. WTF, bitte? Erstens ist mir der Sinn dieser Funktion völlig schleierhaft, zweitens bedeutet es, dass der gesamte Traffic durch fremde Server geleitet wird. Der Hersteller bestätigte mir dann per E-Mail, dass man nicht etwa sauberes SASL macht, um wenigstens das Benutzerpasswort zu schützen, sondern dass dieses auf den imo.im-Servern im Klartext lesbar ist. Das App ist also ein absolutes no-go.
Im letzten Artikel hatte ich Monal empfohlen – das gebärdet sich aber ganz erbärmlich, seit mein Roaster auf 420 Kontakte angewachsen ist. Als Alternative teste ich jetzt Talkonaut, das zwar eine Menge überflüssige Features sowie einen merkwürdig anmutenden VoIP-Dienst an Bord hat, aber bisher einwandfrei funktioniert.
Mittlerweile habe ich im Bereich Jabber so viele Erfahrungen gesammelt und erfolgreiche Experimente durchgeführt, dass sich bald ein umfangreiches Kompendium zur Einrichtung von “always works”-Lösungen anschließen kann.
Übrigens, StatusNet integriert sich auch prima
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Seit meinem letzten Post zur Internet-Autonomie habe ich mich extensiv mit meinem Jabberserver unterhalten. Meine Bemühungen, die ich nun schildern werde, mögen etwas paradox erscheinen: Es geht um die Anbindung...